Frankie Rufus
Jan 9

Wie belastende Beziehungen uns einschränken

Manchmal schleicht es sich ganz leise ein.
Es beginnt nicht mit einem großen Streit, sondern mit dem Gefühl, dass man sich auf Zehenspitzen durch das eigene Leben bewegt.
Eine belastende Beziehung – sei sie partnerschaftlich, familiär oder freundschaftlich – wirkt wie ein zu enger Mantel: Er hält uns zwar irgendwie warm, aber er schnürt uns die Luft ab und raubt uns die Bewegungsfreiheit.

Wie verändert uns diese Enge?


Das Leiserwerden der eigenen Stimme:
In einer belastenden Dynamik fangen wir oft an, unsere Worte auf die Goldwaage zu legen.
Wir halten Meinungen zurück, um den Frieden zu bewahren.
Mit der Zeit vergessen wir dabei fast, wie unsere eigene, ungefilterte Stimme eigentlich klingt.

Der Verlust der Farben:
Wenn die meiste Energie in das Navigieren von Konflikten, Stimmungen oder Enttäuschungen fließt, bleibt kaum noch Kraft für Freude.
Die Welt verliert an Sättigung.
Dinge, die uns früher begeistert haben, wirken plötzlich weit weg und bedeutungslos.

Das „Sich-klein-Machen“:
Um in den engen Rahmen der Beziehung zu passen, fangen wir an, Teile von uns wegzusperren.
Unsere Träume, unsere Albernheit oder unser Stolz werden als „zu viel“ oder „falsch“ empfunden.
Wir machen uns klein, damit das Gegenüber sich nicht bedroht fühlt oder die Situation nicht eskaliert.

Die ständige Wachsamkeit:
Unser Nervensystem ist im Dauereinsatz.
Wir scannen die Stimmung des anderen, wir antizipieren Probleme, bevor sie entstehen.
Diese ständige Anspannung verhindert, dass wir jemals wirklich im „Hier und Jetzt“ ankommen und zur Ruhe finden.

Dabei ist das Wichtigste, was wir in solchen Momenten vergessen: Eine gesunde Beziehung sollte kein Käfig sein, sondern ein Garten.
Ein Ort, an dem du nicht trotz der Beziehung wächst, sondern wegen ihr.

Es ist schmerzhaft zu erkennen, dass ein Mensch, den man liebt (oder geliebt hat), der Grund dafür ist, dass man sich selbst verloren hat.
Aber diese Erkenntnis ist auch der erste Schritt zurück zu dir selbst.
Du hast es verdient, einen Raum einzunehmen, der so groß ist, wie dein Herz und deine Träume es verlangen.
Du darfst laut sein, du darfst glücklich sein, und du darfst vor allem eines: einfach du selbst sein, ohne dich dafür entschuldigen zu müssen.

Hugs and Sunflowers

Frankie

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